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Donnerstag, 20. Dezember 2007

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- Ausland - ICD - Datei laden (MP3, 5:29 min., 5.1 MB)

Perspektivenwechsel: Deutsche Ärzte in Entwicklungsländern

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Noch immer gibt es Gebiete, in denen Menschen ohne eine ausreichende Gesundheitsversorgung leben. Zahlreiche Hilfsorganisationen engagieren sich in Entwicklungsländern, aber nur wenige schicken deutsche Ärzte direkt vor Ort. Eine davon ist der Verein „Deutsche Ärzte für die Dritte Welt“. 1983 gegründet, hat die Organisation bis heute über 3800 Einsätze von Ärzten auf freiwilliger unentgeltlicher Basis organisiert. Die Hauptaufgabe vor Ort besteht in der Bereitstellung medizinischer Basisversorgung und der hierfür notwendigen Medikamente. Ziel des Vereins ist die Versorgung der Menschen, die durch den meist auch in diesen Ländern existierenden Gesundheitsdienst nicht erfasst werden oder die sich diese Grundversorgung nicht leisten können. Die Schwerpunkte der Hilfe werden jeweils den konkreten Erfordernissen angepasst. Die Ärzte arbeiten zum Beispiel in den vom Verein betriebenen Ambulanzstationen, mobilen Krankenstationen, sogenannte Rolling Clinics, aber auch in kleineren Kliniken. Dr. Heino Hügel war für den Verein bereits mehrmals im Ausland und beschreibt in dem Interview die Arbeit in den Entwicklungsländern. {...}

Die Projektärzte werden für etwa 6 Wochen zu einem Einsatz geschickt. Auch Einsätze von drei Monaten und länger sind grundsätzlich möglich, bleiben aber die Ausnahme. Neben der beruflichen Qualifizierung ist die Sprache eine wichtige Hürde, die zu nehmen ist. Je nach Einsatzgebiet sollte man Englisch oder Spanisch sprechen. In einigen Ländern stehen Dolmetscher zur Verfügung, die die Arbeit der Ärzte unterstützen. {...}
Der Arbeitsalltag unterscheidet sich gar nicht so sehr von dem in einer deutschen Allgemeinarztpraxis, so Hügel. Das Spektrum der zu behandelnden Krankheiten umfasst in erster Linie Erkrankungen, wie die Ärzte sie auch aus Europa kennen, wobei die Mehrzahl der Patienten Frauen und Kinder sind. {...}
Überschattet wird die Routinearbeit von zwei schwerwiegenden Krankheitsbildern: AIDS und Tuberkulose. Die Tuberkulose ist in vielen Ländern verbreitet. Viele Menschen haben schon früh in ihrem Leben Kontakt mit dem Tuberkulose-Erreger. Die Verbreitung von AIDS und Tuberkulose führt dazu, dass in einigen Ländern bei der Mehrzahl der Fälle die schwere Tuberkulose zusammen mit AIDS auftritt. {...}

Wer dem Verein „Ärzte für die 3. Welt“ helfen will, kann seine persönliche Arbeitskraft bei einem Einsatz einbringen und natürlich Geld spenden. Zur Erfüllung der Aufgaben ist der Verein auf Spendengelder angewiesen. Die Organisation ist in der Liste des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) aufgeführt und erhielt das DZI-Spendensiegel. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.aerzte3welt.de. (Links zu weiteren Organisation, über die deutsche Ärzte in Entwicklungsländer aktiv werden, finden Sie in der nachfolgenden Linkliste.)

Quellen: Interview mit Dr. med. Heino Hügel vom 10.12.2007, Internetseiten des Vereins (www.aerzte3welt.de), Abbildungen 1 bis 3 mit freundlicher Genehmigung von Dr. med. Heino Hügel

(Kategorienzuordnung: Ausland | Entwicklungshilfe und Medizin | KB Tuberkulose | KB AIDS,
ICD: A09, A15-A19, B20-B24, J00, J06.9, J18, J20.9,
Anzahl der Hörer: 6664)
(Sprecher/in: Annette Linzbach)
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