Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (United Nations Children’s Fund) mahnt zu langsame Fortschritte beim Kampf gegen AIDS an. Trotz der Fortschritte bei der AIDS-Prävention und bei der Behandlung von mit dem AIDS-Erreger infizierten Kindern sei es im vergangenen Jahr nach Schätzungen der UNICEF weltweit erneut zu mehr als 500.000 Neuinfektionen gekommen. Damit steckt sich zurzeit etwa jede Minute ein Kind mit dem HIV an. Häufig erfolgt die Ansteckung bereits vor, während oder nach der Geburt. Bei fehlender Behandlung führt dies, so UNICEF, bei jedem zweiten Kind bereits vor dem zweiten Lebensjahr zum Tode. In Bezug auf den Schutz von Mutter-Kind-Übertragung weist das Kinderhilfswerk darauf hin, dass die Behandlungsrate in einigen Ländern zwar zugenommen haben, der weltweite Forschritt allerdings gering sei. Insbesondere in den Entwicklungsländern haben demnach zurzeit nur neun Prozent der HIV-infizierten Schwangeren Zugang zu Medikamenten, die das Übertragungsrisiko senken. Die Preise für kindgerechte Medikamente seien in den vergangenen 12 bis 18 Monaten drastisch gesunken, so dass mittlerweile die kinderverträgliche antiretrovirale Medikation etwa 47 Euro pro Jahr kostet. Allerdings erhalten weltweit nur zehn Prozent der HIV-infizierten Kinder die überlebenswichtigen Medikamente. Weitere Informationen stehen in dem Bericht „Children and AIDS – A stocktaking report“ zur Verfügung, den UNICEF im Rahmen seiner weltweiten Kampagne „Du und ich gegen AIDS“ erstellt hat. In dem Bericht werden Daten zu Kindern und AIDS alters- und geschlechtsbezogen dargestellt. Der detailierte Bericht soll Regierungen und Hilfsorganisationen bei der gezielten Planung von Hilfsprogrammen unterstützen.
Die seit 2005 laufende Kampagne, mit der das Kinderhilfswerk die Forderung nach preiswerteren und kindgerechten Medikamenten, mehr Aufklärung und gezielter Entwicklungshilfe fordert, haben in Deutschland bereits mehr als 600.000 Menschen, darunter viele Jugendliche, mit ihrer Unterschrift unterstützt.
Quelle: http://www.unicef.de/4185.html.
Bild: http://www.unicef.de/aids_blog_gegen_aids.html