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Mittwoch, 26. September 2007

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Allergieauslöser auf dem Vormarsch: Beifußblättrige Ambrosie

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In den letzten Jahren macht eine Pflanze aufgrund des hohen allergischen Potentials ihrer Pollen von sich Reden: Die Beifußblättrige Ambrosie. Die Pollen dieser nicht einheimischen Pflanzenart können schon in geringster Konzentration Allergien wie Heuschnupfen und Asthma auslösen. Seit einigen Jahren häufen sich Fundmeldungen auch in Mitteleuropa, so dass diese Pflanze nunmehr auch für hiesige Allergiker von Bedeutung ist.
Die Pollen der Beifußambrosie verbreiten sich ausgerechnet im Spätsommer, also zu einer Jahreszeit, zu der Allergiker bislang weitgehend vom Pollenflug verschont wurden. Das Verbreitungsgebiet der Ambrosie liegt ursprünglich nicht in Europa.

Interview mit Dr. rer. nat. Ulf Schmitz, Biologe an der Abteilung Geobotanik der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.

Woher stammt die Ambrosia ursprünglich?
Das Ursprungsgebiet der Ambrosia ist Nordamerika und umfasst die Vereinigten Staaten, Südkanada und den Norden Mexikos.

Gibt es verschiedene Arten?
Weltweit sind circa 40 Arten bekannt. In Deutschland sind bislang drei Arten nachgewiesen worden, von denen jedoch nur die Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) aufgrund ihrer Verbreitung und Häufigkeit gesundheitlich relevant ist.

Wie ist die Pflanze nach Europa gelangt und wie konnte sie sich hier ausbreiten?
Die Samen der Ambrosie sind vermutlich unbeabsichtigt mit Handelsgütern wie z.B. Ölsaaten nach Europa eingeschleppt worden. Die größten Vorkommen in Europa finden sich zurzeit in Ungarn wo die Pflanze u.a. als häufiges Wildkraut in Sonnenblumenfeldern wächst. Von dort gelangen die Samen der Ambrosie mit den Sonnenblumenkernen in andere Gegenden Europas, wo sich teilweise bereits größere Populationen etabliert haben, wie beispielsweise in Südfrankreich und Norditalien.

Wo kommt die Pflanze in Deutschland vor und wie wird sie verbreitet?
Die Ambrosie ist bislang fast überall in Deutschland mit unbeständigen Vorkommen nachgewiesen worden. Gewisse Schwerpunkte zeigen sich in Ostdeutschland und in Ballungsgebieten. Allerdings sind bislang fest etablierte Vorkommen, das heißt Populationen, die sich reproduzieren und ohne erneute Einschleppung überdauern können, nur in einigen Gegenden Süddeutschlands nachgewiesen worden.
Die Ausbreitung erfolgt hierzulande wohl in erster Linie mit Vogelfutter, in dem die Ambrosiasamen enthalten sind. Dort, wo Vogelfutter ausgestreut wird oder Ölsaaten beim Verladen zufällig auf den Boden fallen, können sich die Ambrosiapflanzen entwickeln.

Wie erkennt man die Beifußambrosie?
Die Ambrosie ist aufgrund ihrer charakteristischen gefiederten Blattform leicht zu erkennen (siehe Abb. 1). Im Unterschied zum einheimischen Beifuß (Artemisia vulgaris), der silbrig weiß behaarte Blattunterseiten besitzt, sind die Blätter der Ambrosie auf der Unterseite grün.
Im Spätsommer entwickeln sich die typischen traubigen Blütenstände (Abb. 2), die stark Allergie auslösenden Pollen produzieren. Diese sind nur circa 10 µm groß und werden mit dem Wind verbreitet (siehe Abb. 3).

Welche Maßnahmen können zum Schutz vor der Ambrosie getroffen werden und wie kann sie bekämpft werden?
Um die Ursache der Ausbreitung der Ambrosie zu bekämpfen, müssten die Hersteller von Saatgut und Vogelfutter dazu verpflichtet werden, durch Saatgutreinigung dafür zu sorgen, dass die von ihnen in den Handel gebrachten Saaten keine Verunreinigungen mit Ambrosiasamen enthalten. Wer eine Ambrosia-Pflanze in seinem Garten findet, kann diese problemlos durch Ausreißen oder Abschneiden beseitigen. Man sollte hierbei Gartenhandschuhe tragen, da einige Personen auch auf den Pflanzensaft allergisch reagieren. Wenn die ausgerissene Pflanze schon Samen entwickelt hat, sollte sie mit dem Restmüll entsorgt werden, da die Samen eine Kompostierung überleben. Beim Entfernen blühender Pflanzen sollten empfindliche Personen eine Atemschutzmaske tragen. Größere Bestände können durch Abmähen problemlos beseitigt werden. Der Einsatz von Herbiziden wird allerdings nicht empfohlen, da diese auch die heimische Vegetation schädigen und den Boden sowie das Grundwasser belasten.

Quellen:
Interview vom 24. August 2007 mit Dr. rer. nat. Ulf Schmitz, Abteilung Geobotanik der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Abbildungen 1 und 2 mit freundlicher Genehmigung von Dr. rer. nat. Ulf Schmitz, Abbildung 3 mit freundlicher Genehmigung der Abteilung Geobotanik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

(Kategorienzuordnung: FB Allergologie,
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